Download Raum und Zeit in der gegenwärtigen Physik: Zur Einführung in by Moritz Schlick PDF

By Moritz Schlick

Dieser Buchtitel ist Teil des Digitalisierungsprojekts Springer e-book data mit Publikationen, die seit den Anfängen des Verlags von 1842 erschienen sind. Der Verlag stellt mit diesem Archiv Quellen für die historische wie auch die disziplingeschichtliche Forschung zur Verfügung, die jeweils im historischen Kontext betrachtet werden müssen. Dieser Titel erschien in der Zeit vor 1945 und wird daher in seiner zeittypischen politisch-ideologischen Ausrichtung vom Verlag nicht beworben.

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In einem Punkte freilich geht die naturwissenschaftliche Theorie doch weit hinaus über den Kreis, in dem die Betrachtung der psychologischen Daten sich bewegen muß. Die Physik nämlich führt als letzten undefinierbaren Begriff das Zusammenfallen zweier Ereignisse ein; die psychogenetische Analyse der Idee des objektiven Raumes aber endigt bei dem Begriff der zeiträumlichen Koinzidenz zweier Empfindungselemente. Ist beides schlechthin dasselbe? Der strenge Positivismus eines Mach behauptet es. Nach ihm sind die unmittelbar erlebten Elemente, Farben, Töne, Drücke, Wärmen usw.

Man kann in dieser Einsicht den richtigen Kern der Kautsehen Lehre von der "Subjektivität der Zeit und des Raumes" erblicken, nach welcher bekanntlich beide nur "Formen" unserer Anschauung sind und nicht den "Dingen an sich" zugeschrieben werden dürfen. Bei Kant freilich kommt jene Wahrheit nur sehr undeutlich zum Ausdruck, 55 denn er spricht immer nur von "dem" Raume, ohne die anschaulichen Räume der verschiedenen Sinne voneinander und vom Raum der physischen Körper zu sondern; statt dessen stellt er nur dem Raum und der Zeit der Sinnendinge die unerkennbare Ordnung der "Dinge an sich" gegenüber.

Sind diese wirklich ausnahmslos relativ, so sind ganz beliebig zueinander bewegte Koordinatensysteme gleichberechtigt, und der Raum hat seine Gegenständlichkeit insoweit eingebüßt, als es nicht möglich ist, irgendwelche Bewegungen oder Beschleunigungen in bezug auf ihn zu definieren. Er hat aber doch noch eine gewisse Gegenständlichkeit behalten, solange er noch stillschweigend mit ganz oestnnmten Maßeigenschaften ausgestattet gedacht wird. In der alten Physik legte man jedem Meßverfahren ohne weiteres die Idee eines starren Stabes zugrunde, der zu jeder Zeit dieselbe Länge besäße, an welchem Ort und in welcher Lage und Umgebung er sich auch befinden möge, und an der Hand dieses Gedankens wurden alle Maße nach den Vorschriften der Euklidischen Geometrie ermittelt.

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